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Künstliche Intelligenz als unterstützendes Tool bei Bürgerbeteiligung

In einer Gruppendiskussion zur Weiterentwicklung der Bamberg-App wurde Ende Mai ein im Rahmen des EU-Projekts „AI4Deliberation“ entwickeltes KI-Tool getestet. Mit diesem sollen zukünftig Beteiligungsprozesse in Bamberg unterstützt werden.

KI für mehr Beteiligung und Dialog

Das EU-Projekt „AI4Deliberation“ verfolgt das Ziel, Menschen stärker in politische Entscheidungsprozesse einzubeziehen und damit das Vertrauen in demokratische Institutionen zu stärken. Dafür wird eine eigens entwickelte und ethisch verantwortungsvolle Künstliche Intelligenz eingesetzt. Sie soll Bürgerbeteiligung zugänglicher und verständlicher machen, indem sie die menschliche Moderation unterstützt und Inhalte zusammenfasst sowie unterschiedliche Argumente und Positionen übersichtlich strukturiert. Auch unangemessene Äußerungen soll sie erkennen und herausfiltern können.

Integration des KI-Tools in „bamberg-gestalten.de“

In Bamberg soll das KI-Tool künftig in die Beteiligungsplattform „bamberg-gestalten.de“ integriert werden. Welche Funktionen dabei konkret zum Einsatz kommen, wird im weiteren Verlauf des Projekts gemeinsam erprobt und bis Ende 2027 festgelegt. In mehreren Testdurchläufen wird die KI deshalb anhand unterschiedlicher Themen in Gruppendiskussionen auf „bamberg-gestalten.de“ eingesetzt und auf ihre Praxistauglichkeit hin untersucht. So auch im vergangenen Mai: Hier waren interessierte Bürgerinnen und Bürger eingeladen, sich gemeinsam über die Weiterentwicklung der Bamberg-App auszutauschen.

KI schafft Überblick – und kann neue Ideen anstoßen

Die Rückmeldungen zeigen: Das Grundprinzip funktioniert. Die KI kann viele Beiträge zusammenfassen, zentrale Positionen herausarbeiten und Argumente thematisch bündeln. Gerade bei umfangreichen Diskussionen kann das helfen, schnell einen Überblick zu bekommen, ohne jeden einzelnen Beitrag lesen zu müssen.

Besonders spannend war dabei, dass die KI nicht nur beim Zusammenfassen unterstützt: Beim Lesen der aufbereiteten Positionen kamen einige Teilnehmende selbst auf neue Ideen oder setzten sich intensiver mit den Argumenten anderer auseinander. Künstliche Intelligenz kann dementsprechend nicht nur Informationen verdichten, sondern auch neue Denkanstöße für Beteiligung geben.

Moderation mit KI: ein vielversprechender Ansatz

Neben den KI-Funktionen für die User wurde auch das KI-gestützte Moderationstool geprüft. Das Ergebnis war zunächst sehr positiv: Alle 16 getesteten unbedenklichen Beiträge wurden korrekt erkannt. Außerdem erklärt das Tool, warum es einen Beitrag als unproblematisch einstuft. Das schafft Transparenz und kann bei der Moderation unterstützen.

Allerdings war der Test noch nicht vollständig: Da im untersuchten Diskussionsverlauf keine problematischen oder kontroversen Beiträge vorkamen, konnten noch nicht geprüft werden, wie zuverlässig die KI solche Inhalte erkennt. In ersten Internen Tests im letzten Jahr erkannte das Tool jedoch zuverlässig Beleidigungen, Herabwürdigungen, Rassismus und sogar bloße Unhöflichkeit. Dieser Aspekt sowie weitere Funktionen des Tools sollen in weiteren Tests noch untersucht werden.

Gefördert durch:

Durchgeführt vom Wirtschaftsreferat Bamberg

Referat für Wirtschaft und Digitalisierung